Isola d'Elba

 

Elba ist erst seit ca. 40 Jahren touristisch erschlossen. Vielleicht ist das ein Glück, denn durch den langsamen Prozess wurde wenig Landschaft zerstört und es blieb von den Verbrechen, die man an Italiens Küsten zu Zeiten des Hochtourismus in den 60er und 70er Jahren begangen hat, verschont. Elba ist hauptsächlich Landschaft, Wälder, Felsen, Macchia und Sand.

Elba gehört noch zur Toskana und ist die drittgrößte italienische Insel Sie ist ca. 10 km vom Festland entfernt. Elba in Zahlen: Die Inselfläche beträgt 224 Quadratkilometer, die Küste ist 147 km lang und Elba hat ca. 30.000 Einwohner.

Man erreicht die Insel am günstigsten mit der Autofähre (Fahrzeit ca. eine Stunde), man kann auch per Flugzeug anreisen, was aber nicht ratsam ist, denn ohne Auto ist man dort ziemlich verloren. Billigflüge gibt es nicht.
Für Touristen bietet Elba Sand- und Kiesstrände, Sportanlagen (Golf, Reiten, Tennis) und etliche Tauchschulen.

Geschichte in Kurzform:

Aufgrund seiner reichlichen Eisenvorkommen hatte Elba immer eine große Bedeutung in der Geschichte. Griechen, Römer, Ligurer und Pisaner besetzten die Insel abwechselnd bis zum Mittelalter. Kulturelle Konsequenzen hatte jedoch vor allem die Eroberung durch Cosimo Medici, der um 1500 das heutige Portoferraio errichteten ließ und die Stadt Cosmopoli nannte. Elba wurde toskanisch.

Auch Napoleon prägte die Insel während seines 9-monatigen Aufenthaltes 1814. Er optimierte die Infrastruktur und erließ Gesetze, die den Erzminenbau begünstigten, förderte den Wein- und Olivenanbau sowie den Thunfischfang. Er führte viele soziale Gesetze nach dem "Code Civil" ein, der auch in Deutschland Grundlage des Grundgesetzes ist und z.B. die Schulpflicht bestimmt, die Eintragungspflicht in Standesregister und Grundbuch sowie die Wasser- und Lebensmittelkontrolle. Napoleon besaß zwei Villen, die heute noch erhalten und zu besichtigen sind: Die "Villa dei Mulini" in Portoferraio und die Villa San Martino. Von Elba aus startete Napoleon seine kurze Rückkehr in die Weltpolitik, die "Herrschaft der 100 Tage", die mit seiner endgültigen Verbannung nach St. Helena endete.

Die Schwerindustrie beherrschte Elba bis zum 2. Weltkrieg (Portoferraio heißt "Eisenhafen). Ein Bombenangriff zerstörte den größten Teil der Minen und Hochöfen. An Neuaufbau war kaum noch zu denken und Elba konzentrierte sich auf den Fremdenverkehr.

Napoleon ist für den heutigen Tourismus immer noch sehr werbewirksam. Und neben all den kleinen Gipsbüsten des kleinen Korsen findet man auch ein Restaurant, das wirbt: "Napoleon hat nie hier gegessen."

Die Landschaft

Die Panoramastraße entlang der Küste ist einzigartig und hat wundervolle Ausblicke. Man kann die benachbarten Inseln Capraia, Pianosa und Montecristo deutlich sehen. Bei klarem Wetter kann man im Westen auch Korsika als Silhouette wahrnehmen und wer einen Sonnenuntergang beobachten will, wird feststellen, dass ihm Korsika "im Weg" ist.

Das hier ist ein kleines Phänomen an der südöstlichen Küste:

Wenige Meter vom Meer entfernt gibt es einen kleinen Süßwassersee, der aufgrund der Eisenerze sehr grün gefärbt ist und sich vom blauen Meer stark unterscheidet. Es ist nicht ganz einfach, von der Straße dorthin zu klettern, aber es lohnt sich allemal. Einheimische und Touristen schätzen den kleinen Strand zwischen dem See und dem Meer.

Die nördliche Seite des Monte Capanne ist mit Macchia bedeckt, die in dichte Eichen- und Kastanienwälder übergeht. Macchia ist ein wildes und scharfblättriges Gestrüpp, undurchdringlich, außer für Wildschweine, Schlangen und anderes Getier. Hier befinden sich auch die meisten Weinanbaugebiete, Weinberge wie auch schmale Terrassen, die fast bis an das Meer hinunter reichen.

Der westliche Teil wird von einem gewaltigen Gebirgsmassiv beherrscht. Der Monte Capanne ist der höchste Berg und immerhin 1018 Meter hoch. Er wurde zum Naturpark und ist entsprechend geschützt. Hier gibt es sehr schöne Wanderwege, die früher einmal Eselspfade waren.

In diesem Gebiet befinden sich zahlreiche Quellen, die bekannteste ist die Fonte di Napoleone; das Mineralwasser ist meiner Meinung nach mindestens genau so gut und schmackhaft wie das berühmte San Pellegrino.

Hier ein Bild von Patresi an der Westküste - sehr malerisch.

Die Quellwasser schwemmen auf ihrem Weg zum Meer Sand an und haben so kleine Ebenen im Küstenbereich gebildet. Einige dieser Küstenebenen findet man bei Pomonte und Chiessi. In Cavoli und Fetovaia sind auf diese Weise Sandstrände entstanden.

Orte

Meine bevorzugte Elba-Urlaubsgegend ist der Westen. Marciana Marina ist ein kleiner Fischerort und heutiger Yachthafen an der westlichen Nordküste der Insel und ist aus der Fischersiedlung Cotone entstanden. Dieser Stadtteil ist auch heute noch sehr malerisch. Marciana Marina hat eine sehr hübsche Hafenpromenade, mit vielen kleinen Geschäften und schönen Bars.

Fährt man von Marciana Marina Richtung Monte Perone, findet man dort die beiden Bergdörfer Marciana Alta und Poggio. Beide Orte sind hangaufwärts gebaut, bieten wunderschöne Ausblicke auf das Meer und laden zu einem Bummel durch typisch italienische verwinkelte Gassen ein.

Auf der westlichen Seite befinden sich auch die kleineren Orte Cavoli, Fetovaia (ebenfalls mit einem sehr schönen Sandstrand), Seccheto, S. Andrea, Pomonte, Patresi und Chiessi. Tourismus findet auch hier nur im kleinen Rahmen statt, wenig Hotels und einige Appartements verheißen eher Ruhe als Action. Hier ist Urlaub wirklich Erholung.

S. Andrea an der Westküste ist wirklich so malerisch, wie es hier aussieht. Der Strand ist allerdings nur teilweise Sandstrand und geht in Felsen über. Wie überall auf der Insel kann man an jedem Flecken Sandstrand eine Liege mit Sonnenschirm mieten, das ist nicht sehr teuer (außer in Fetovaia), ca. 8,- DM pro Tag.

 

Für überzeugte Ibiza-Diskogänger ist Elba allerdings nichts. Stattdessen: ein Sonnen-, Meer-, Strand-, Berge-, Dörfer-, Wander- und Fressurlaub, der seinesgleichen sucht. Das Meer ist sehr sauber, die Badebuchten sind meist sehr gepflegt.


Inhalt
weiterblättern