Prince

Prince Roger Nelsen/The Artist formerly known as Prince (TAFKAP)/Love Symbol verkörpert eigentlich alles, was man sich unter "Exzentrik" vorstellen kann. Aber es geht schließlich nicht um den Typen, sondern um die Musik - und die ist einfach erstklassig. In den ersten Alben hat er jedes Instrument selbst gespielt. Was oft vergessen wird, ist dass er einer der besten Gitarristen der letzten 20 Jahre ist (seine Soli liegen meist irgendwo zwischen Carlos Santana und Jimi Hendrix). Berühmt wurde der kleine Prince 1984 mit seinem Debutfilm "Purple Rain", der eigentlich grottenschlecht war - aber unglaubliche Musik bot. Prince ist immer sehr stark von dem Klischee der "Black Music" abgewichen und in weiße Musikgefilde eingedrungen. In den letzten Jahren hat Prince leider ziemlich nachgelassen und nicht mehr viel weltbewegendes hervorgebracht.

Around The World In A Day
Der Purple Rain-Nachfolger, der alles andere als Purple Rain 2 ist. Verspielt, bunt, Flower-Power, mehr funky und weniger rockig. Dafür aber breitbandiger und abgedreht. Meine Favoriten neben dem Titelsong sind: "Paisley Park", "Raspberry Beret" und "America" oder auch das experimentelle "Temptation". Nicht DAS Prince-Album, aber hörenswert.

 

Parade - Music From The Motion Picture "Under The Cherry Moon"
"Under the cherry moon" (1986) war sein zweiter Film und noch schlechter als Purple Rain. Allerdings war die Musik einfach hervorragend, reifer und überlegter. Hier experimentiert Prince mit Jazz- und Swing-Elementen, Barmusik und auch Funk. Der bekannteste Hit des Albums war das extatische "Kiss" - der schönste Song ist allerdings "Sometimes it snows in April", eine wunderschöne melancholische Ballade mit minimaler Begleitung. Leider war die Platte der Abgesang der Begleitband "Revolution", die sich danach auflöste.

 

Sign O' the Times
Zu seinen besten Zeiten war Prince in der Lage, sich mit jedem Album zu steigern. Als Höhepunkt gilt "Sing O' the Times" (1987). Auf diesem Album findet man alles, was die Musik zu bieten hat - ein Ausflug in sämtliche Stilrichtungen: Soul, Pop, Funk, Rhythm and Blues und Rock. Alles mit gewohnter Perfektion und stimmigen Arrangements. Highlights der Platte zu nennen, hieße jeden einzelnen Song aufzulisten. Irgendwie schade, dass die Platte nicht, wie ursprünglich geplant, als 3er-Album erschienen ist.

 

Love Symbol
Hier ist der Sprung in die Neunziger, mit der Begleitband New Power Generation stilistisch modernisiert (HipHop), ein wenig Spielerei im Techno-Bereich und mit ungeheurem Aufwand produziert. "Love Symbol" ist der Abgesang des Künstlers, der sich gerade von seinem Künstlernamen "Prince" verabschiedete. Auch hierzu gibt es eine Art "Film", der sich jedoch in einzelnen Videos mit einer groben Rahmenhandlung zusammenfügt. Sehr viel besser als das zusammengequälte Zeug, das Prince in den Achtzigern auf die Leinwand brachte. So hat das ganze Album ein "Konzept", ohne ein Konzeptalbum zu sein. Außerordentliche Songs sind u.a. "My name is Prince", "3 Chains of Gold" und "The Continental" und "The morning papers".


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