Beatles

Bereits 1957 traten John Lennon, George Harrison und Paul McCartney bei den "Quarrymen" gemeinsam auf. 1960 nannten sie sich (nach einigen anderen Namen) "Beatles" und hatten ihren ersten Auftritt in Hamburg, ein Jahr später nahm sie Brian Epstein unter Vertrag, Ringo Starr löste als Drummer Pete Best ab. 1962 erschien "Love me do" und schaffte es auf Anhieb in die Hitparaden, es folgt 1963 "Please please me" als Nr. 1 der Hitparaden; die "Beatlemania" erreicht Höchstformen. Liveauftritte werden damit zur Qual, und 1966 entscheiden die Beatles, nicht mehr live aufzutreten. Zugunsten der Qualität ihrer Platten. Da man nicht mehr live spielen muss, kann die Musik experimenteller und komplizierter werden. "Revolver" ist bereits der erste Schritt in diese Richtung, Sgt. Pepper bringt internationale Anerkennung als kreative Gruppe außerhalb des Mainstream. Es folgen Alben wie "White Album", "Abbey Road" und als letztes "Let it be", die allesamt den Loslösungsprozess der vier kennzeichnen. Nach einigen Querelen lösen sich die Beatles 1970 offiziell auf.

Revolver
Revolver entstand als längst beschlossen war, dass die Beatles nie mehr live auftreten wollen. So konnte man ambitioniert mit neuen Techniken spielen, experimentieren und von den üblichen Beatles-Rhythmen abweichen. Sehr deutlich wird das bei "I'm only sleeping" und "Tormorrow never knows", schräge Lennon-Stücke und "Taxman", bei dem Harrison seine Fähigkeiten zeigt, aber auch bei dem lyrischen "Here, there and everywhere", das man sicher niemals vor Tausenden kreischender Teenies hätte vortragen können. Insgesamt schon die erste Etappe auf dem Weg zu Sgt. Pepper.

 

Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band
Das erste "Konzeptalbum" der Musikgeschichte wäre beinahe das zweite geworden. Zeitgleich mit den Beatles arbeiteten die Beach Boys gerade an "Pet" und wären nicht die Unstimmigkeiten über Brian Wilsons Experimentierfreudigkeit gewesen und er hätte sich durchgesetzt .... wer weiß? Doch Sgt. Pepper war das erste Album (1967) und der Ruf des "Jahrhundertalbums" sei ihm ungenommen. Das ist es wirklich. Abgesehen von den bekannteren Stücken birgt es eine Menge erstklassiger Musik, die von der Norm abweicht ("Being for the benefit of Mr. Kite" und das indisch klingende "Within you without you"). Aber das absolut genialste Stück darauf ist "A day in the life", geschrieben teilweise von Lennon, teilweise von McCartney (der melodische Part) und phantastisch in Szene gesetzt von Produzent George Martin. Ohne George Martin hätte es Sgt. Pepper in dieser Form niemals gegeben: er setzte ein, was die damalige Technik zu bieten hatte: Samples, Aufnahmegeschwindigkeiten, rückwärts abgespielte Orchester etc.

 

The Beatles (White Album)
1968, als die Beatles schon fast am Ende waren, entstand dieses Album. Hier hört man nicht mehr die Beatles als "Ganzes", sondern jeweils Einzelstücke. Jedem Song kann man deutlich anhören, aus wessen Feder er stammt und nicht nur, weil der Entsprechende ihn auch singt. Ohne den Druck, hitparadenträchtiges Zeug zu schreiben, entstand eine experimentelle Platte, die nicht nur die Grenzen der Beatles sprengte, sondern auch die der sich gerade entwickelnden Pop- und Rockmusik. Es gibt keine festgelegte Richtung: Softsongs sind darauf ("Julia", "Blackbird"), Rock ("Why don't we do it on the road"), Experimentelles ("Revolution No. 9") und der Harrison Klassiker "'While my guitar gently weeps", dessen Riffs übrigens nicht Harrison, sondern Clapton gespielt hat. Das weiße Album ist das ausgereifte Produkt erwachsener Musiker. Hat diese Band jemals "She loves you" geträllert? "Es ist das verdammte Weiße Album der verdammten Beatles. Punkt." (Paul McCartney)


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