Erich Kästner
Romane

Erich Kästner, geboren 1899, gilt als Vertreter der sogenannten "Gebrauchslyrik" - gut verständliche Lyrik über alltägliche Dinge. Bekannt wurde er durch das Kinderbuch "Emil und die Detektive". Aufgrund seiner kritischen Texte wurde er von den Nazis verboten, blieb jedoch während der Zeit in Deutschland. Nach dem Krieg zog er von Berlin nach München und starb hier 1974. Die ausführliche Biografie kann man hier nachlesen: Erich Kästner. Biografische Bücher sind ebenfalls als Buchempfehlungen gelistet.

Fabian
Der Roman handelt von einem jungen Mann in der Zeit zwischen den Kriegen. Vom Untergang der Moral, von der Machtlosigkeit des einzelnen. "Ein moralisches Buch über die Unmoral" lautete das Urteil der Kritiker. Fabian ist gut zu lesen und gibt ein gutes Zeit- und Gesellschaftsbild über das Berlin der 30er Jahre.

 

Erich Kästner - Werke in neun Bänden
Die Gesamtausgabe aller Romane, Geschichten und Gedichte, inklusive der bisher unveröffentlichten Werke. Weiterhin enthält diese Sammlung auch erstmals Kritiken und Zeitungsartikel. Dieser Link führt zur Taschenbuchausgabe, die gesammelten Werke sind aber auch in gebundener Ausgabe verfügbar.


Die Schule der Diktatoren
Das Drama "Die Schule der Diktatoren" wurde 1957 uraufgeführt und mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Kästner, der während des Dritten Reichs einige Male verhaftet wurde und seine Werke nicht veröffentlichen durfte, setzt sich in diesem Stück mit dem Scheitern des Widerstandes in einem totalitären Staat auseinander. Er zeigt, wie dort Individualität und Menschlichkeit systematisch zerstört werden.
Ein alter Hut? Nein, wirklich nicht. Das gute und schreckliche an diesem Stück ist, dass es nicht an Aktualität verliert. In der Zeit des Nationalsozialismus, während seines Schreibverbots, hatte Kästner bereits die Idee zu dem Theaterstück. Natürlich konnte es zu dieser Zeit nicht veröffentlicht werden. Erst am 25. Februar 1957 wurde es in den Münchner Kammerspielen uraufgeführt.

Thema ist die Austauschbarkeit des Diktators. Denn die Drahtzieher des Terrors (Kriegsminister, Premier, Stadtkommandant ) treten gar nicht selbst als Herrschende in Erscheinung. Sie haben die Macht, der Diktator die Öffentlichkeit. So verheimlichen sie ihrem Volk, dass der Diktator bereits einem Attentat zum Opfer gefallen ist und setzen einen Doppelgänger an dessen Stelle. Und da man mit mehr Attentaten und Unfällen rechnen muss und die Herren ihre Macht nicht verlieren möchten, richten sie eine "Präsidentenfabrik", nämlich eine Schule der Diktatoren ein, in der 14 Doppelgänger dressiert werden und die richtigen Bewegungen und die richtigen Worte lernen. Der Diktator ist somit austauschbar, auch im Falle einer eigenen Meinungsbildung. Den politisch entmündigten Bürgern werden immer neue Imitationen vorgesetzt, willenlose Marionetten, die bei offiziellen Anlässen und Staatsakten auftreten.

Doch einer der Doppelgänger, Nummer 7, versucht, gegen den Zustand zu rebellieren. Er beseitigt zwar die alte Diktatur, aber nur, um eine neue zu etablieren. Als er über alle Rundfunkanstalten die neue Freiheit proklamiert, spricht er in tote Leitungen. Ein Handgriff reicht aus, um seine revolutionären Worte vom Tonband zu löschen. Nummer 7 wird ermordet.

Das von Kästner als "Komödie" bezeichnete Stück ist alles andere als komödiantisch. Es ist eine Groteske, die die obszönen Tiefgründe der Macht deutlich kennzeichnet.

"Die Schule der Diktatoren" wurde mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

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