Jasper Fforde

Jasper Fforde ist Waliser (daher das markante doppelte ff!) und wurde 1961 geboren. Seine Romane schrieb er 14 Jahre lang neben seiner Arbeit als Kameramann bei verschiedenen Filmproduktionen. Die Bücher um Tuesday Next sind absolut lesenswert, und mit drei Bänden einfach zu kurz! Der vierte Band ist zum Glück derzeit in der Übersetzung.

Der Fall Jane Eyre
Das Buch ist eine wunderbare, unerklärliche Mischung aus Science Fiction, Krimi und guter Literatur, gewürzt mit einer Prise Fantasy, glaubhaften Figuren und unglaublichem Einfallsreichtum.
Thursday Next ist der Name der Protagonistin und sie ist LiteraTec, d.h. Agentin einer Spezialeinheit der Polizeibehörde zum Schutz der Literatur vor Fälschern und Dieben. Das Werk spielt in London in den Achtzigern, jedoch in einer Parallelwelt zu der uns bekannten: England hat den Krimkrieg mit Russland noch immer nicht beendet (auch Thursday diente auf der Krim), Wales ist eine unabhängige Republik (!) und außerdem ist es neuerdings Mode, ausgestorbene Tierarten wie Mammuts, Tasmanischen Wölfe und Dodos künstlich zu klonen.
Der Raub des Originalmanuskripts von Dickens "Martin Chuzzlewit" bringt Thursday auf die Spur des Superschurken Acheron Hades, der übernatürliche Kräfte besitzt. Dieser kann fliehen, beschafft sich das Manuskript von "Jane Eyre" und nimmt die Hauptfigur als Geisel. Änderungen im Originalmanuskript hätten zur Folge, dass sich alle Exemplare des Buches ebenfalls ändern würden und das Original niemals mehr rekonstruierbar wäre. Thursday hat alle Hände voll zu tun und muss sich außerdem noch mit ihren privaten Alltagssorgen herumschlagen, einem zeitreisenden Vater der von seiner ehemaligen Polizeieinheit verfolgt wird, einem vampirjagenden Kollegen und einem ehemaligen Liebhaber.

 

In einem anderen Buch
Thursday Next gerät wieder einmal in die unglaublichsten Verstrickungen. Eine Anhäufung von seltsamen Vorfällen bringt sie völlig aus dem Konzept und einige Male kann sie nur ihr zeitreisender Vater retten, indem er die Zeit ein wenig zurück dreht. Gleichzeitig findet dieser jedoch heraus, dass die Welt am 12. Dezember untergehen wird, weil sie sich in rosa Soße verwandelt. Thursdays frischgeheirateter Ehemann wird von der Zeitgarde "genichtet", d.h. seine Existenz wird ausgelöscht. Dazu kommen noch die Interviewtermine aufgrund ihrer Heldentaten im ersten Band und die Verfolgung durch Acheron Hades' Schwester. Und die Goliath Corporation versucht mit allen üblen Mitteln, ihren Mitarbeiter wieder zu bekommen, der im ersten Band im Poe-Gedicht "Der Rabe" gefangen wurde.
Und so findet sich Thursday plötzlich in der Bücherwelt wieder, mit Miss Havisham. der alten Jungfer aus Charles Dickens "Große Erwartungen" als Mentorin. Dort soll sie als Agentin der Jurisfiktion werden – eine Position ähnlich der in Thursdays realer Welt. Doch auch dort ist das Leben nicht so einfach, denn ihr Eingriff in "Jane Eyre" hat Konsequenzen und es erwartet sie ein kafkaesker Prozess – im wahrsten Sinne des Wortes.

Im Brunnen der Manuskripte
Noch lange nicht alle Probleme sind gelöst, aber Thursday ist schwanger und braucht eine Auszeit, deshalb nimmt sie an einem Figuren-Austausch-Programm in der Literaturwelt teil. Sie lebt einige Zeit in einem Krimi, den niemand liest und kann sich somit recht gut erholen – wenn da nur nicht der verwirrende Kampf zwischen Vergessen und Erinnerung wäre. Sie lebt im "Brunnen der Manuskripte“, der Keller der "Großen Bibliothek“, in dem unveröffentlichte Literatur gelagert wird, bis über ihr Schicksal entschieden wird.
Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Auch in der Literaturwelt gibt es einen Großkonzern und dieser möchte ein neues Betriebssystem einführen, das das Leben in der Großen Bibliothek völlig verändern würde. Außerdem werden einige Jurisfiktion-Agenten ermordet. Anscheinend hängen die Ereignisse zusammen – doch das muss Thursday herausfinden.
Ffordes überbordende Fantasie stürzt sich im dritten Band auf die Literaturwelt, die "Große Bibliothek". In dieser Welt gibt es eine Ordnung, die Bücher erschaffen sich sozusagen selbst, indem sie den Autoren einfach ausnutzen und sich ihm aufzwängen. Die Protagonisten können Ideen kaufen, weitere Figuren schaffen oder Handlungsstränge auf dem Schwarzmarkt erwerben. Der menschliche Autor ist eher unwichtig. Es gibt einen Buch-Oskar für die beliebtesten Figuren und es gibt Therapiesitzungen für aggressive Protagonisten.

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