Alfred Döblin

Alfred Döblin wurde am 10.08.1878 in Stettin geboren. 1900 beginnt er sein Medizinstudium in Berlin und obwohl er zugleich seine literarische Tätigkeit aufnimmt, schlägt er zunächst die medizinische Laufbahn ein. Nach seiner Promotion 1905 ist er zunächst als Assistent in der Psychiatrie tätig und lässt sich 1911 als Arzt für Nervenkrankheiten in Berlin nieder. Er heiratet 1912. Zu dieser Zeit entwickeln sich die ersten Kontakte zur Literaturszene über Herwarth Walden (Ehemann von Else Lasker-Schüler).
Döblin veröffentlicht seinen ersten Erzählband "Die Ermordung einer Butterblume". 1914 meldet er sich im Ersten Weltkrieg freiwillig als Militärarzt. In den folgenden Jahren veröffentlicht er die Romane "Die drei Sprünge des Wang-Lun" (1915), "Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine" (1918) und "Wallenstein" (1920). Er wird von der Literaturszene sehr beachtet und gilt als einer der führenden Vertreter der expressionistischen Literatur. Er ist auch als Theaterkorrespondent für das "Prager Tagblatt" tätig und schreib weiterhin Romane. 1928 wird er in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen. Den größten Erfolg seiner Laufbahn hat Döblin 1929 mit dem Roman "Berlin Alexanderplatz". Er wird als einer der populärsten Autoren der Weimarer Republik gefeiert und das Buch wird zwei Jahre später mit Heinrich George verfilmt.

Durch die Machtergreifung der Nazis sieht sich Döblin durch seine jüdische Herkunft gefährdet und emigriert einen Tag nach dem Reichstagsbrand nach Paris. Er veröffentlicht in Frankreich seine Romane "Babylonische Wanderung" und "Pardon wird nicht gegeben. 1936 wird er französischer Staatsbürger. Als die Nazis in Frankreich einfallen, flieht er über Spanien und Portugal in die USA. Dort konvertiert er vom Judentum zum Katholizismus.

1946 kehrt er als Literaturinspektor der französischen Militärregierung nach Deutschland zurück. Er lässt sich zunächst in Baden-Baden nieder und zieht später nach Mainz. Dennoch hält es ihn nur wenige Jahre in Deutschland, erneut emigriert er nach Paris.
Am 28. Juni 1957 stirbt er in Emmendingen im Breisgau.

Berlin Alexanderplatz
Döblin beschreibt in seinem Großstadtroman den Lebens- und Überlebenskampf des Arbeiters und Kleinkriminellen Franz Biberkopf im Berlin der 20er Jahre. Döblins Schilderung der Stadt ist einzigartig - man hört die Straßenbaumaschinen, sieht die Menschen und spürt die Atmosphäre, als wäre man dabei und mitten im Geschehen. Rainer Werner Faßbinder hat übrigens einen großartigen 4-teiligen Fernsehfilm aus diesem Buch gemacht - leider etwas umstritten und selten gezeigt.

 

Die Ermordung einer Butterblume und andere Erzählungen
Döblins Schlag gegen das wilhelminische Bürgertum in vierzehn Erzählungen, die böse beschreiben und zielsicher treffen - auch fast hundert Jahre später. Wilhelminisches (Spieß)bürgertum scheint sich von dem unserer Zeit nicht allzu sehr zu unterscheiden.
Die Titelgeschichte handelt von Schuld und Sühne - ein braver Bürger hat in unkontrollierter Wut einer Butterblume den Kopf abgeschlagen. Um sich von dieser Schuld wieder "reinzuwaschen", eröffnet er der Butterblume sogar ein Konto und als ihm das nicht weiterhilft, bietet er ihr Opfergaben dar. Die Butterblume wird zu seiner Religion.

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